KOSTENLOSER LEITFADEN · STAND OKTOBER 2026

KI-Videos kennzeichnen nach EU AI Act

Seit dem 2. August 2026 müssen KI-generierte oder KI-veränderte Videos, Bilder und Töne, die echt wirken können, sichtbar oder hörbar gekennzeichnet werden. Dieser kostenlose Leitfaden erklärt in 8 Seiten, wer kennzeichnen muss, was als Deepfake gilt und wie ein korrektes Label aussieht. Mit Checkliste zum Abhaken.

Leitfaden als PDF herunterladen

PDF · 8 Seiten · kostenlos · ohne Anmeldung

Leitfaden KI-Videos kennzeichnen nach EU AI Act von Chris Jean

Das Wichtigste in 60 Sekunden

  1. 1

    Die Pflicht gilt seit dem 2. August 2026.

    Artikel 50 der KI-Verordnung regelt die Transparenz bei KI-Inhalten. Der Digital Omnibus hat Fristen für Hochrisiko-KI verschoben, die Kennzeichnungspflicht aber nicht.

  2. 2

    Was echt wirken kann, muss gekennzeichnet werden.

    Wer KI-Bilder, KI-Videos oder KI-Ton veröffentlicht, die reale Personen, Orte, Gegenstände oder Ereignisse glaubhaft darstellen, muss offenlegen, dass sie mit KI erzeugt oder verändert wurden. Eine Täuschungsabsicht ist dafür nicht nötig.

  3. 3

    Verantwortlich ist, wer die KI einsetzt.

    Die Pflicht trifft den Betreiber, also das Studio, die Agentur oder das Unternehmen, das den Inhalt mit KI erstellt und veröffentlicht. Nicht das KI-Tool und nicht die Plattform.

  4. 4

    Das Wasserzeichen des Tools reicht nicht.

    Die maschinenlesbare Markierung des KI-Anbieters ersetzt nicht Ihr sichtbares oder hörbares Label. Beides ist nötig.

  5. 5

    Erkennbar beim ersten Kontakt.

    Der Hinweis muss spätestens dann wahrnehmbar sein, wenn jemand den Inhalt zum ersten Mal sieht oder hört. Ohne Klick, nicht versteckt in Beschreibung, Menü oder AGB.

  6. 6

    Bußgeld bis 15 Mio. € oder 3 % des Jahresumsatzes.

    Es gilt der höhere Betrag, für kleine und mittlere Unternehmen der niedrigere. Inhalte, die vor dem 2. August 2026 veröffentlicht wurden, müssen nicht rückwirkend gekennzeichnet werden.

Wer muss kennzeichnen?

Anbieter

Hersteller des KI-Tools

Markiert die erzeugten Inhalte maschinenlesbar, etwa per Wasserzeichen oder Metadaten (Art. 50 Abs. 2). Für Tools, die schon vor dem 2. August 2026 auf dem Markt waren, gilt eine Übergangsfrist bis 2. Dezember 2026.

Betreiber

Wer KI für Inhalte einsetzt

Studio, Agentur oder Marketingabteilung. Muss Deepfakes sichtbar oder hörbar offenlegen (Art. 50 Abs. 4).

Marke

Auftraggeber

Wird selbst Betreiber, sobald sie über den KI-Einsatz entscheidet, zum Beispiel einen KI-Presenter auswählt. Legen Sie im Vertrag fest, wer das Label setzt und wer es prüft.

Plattform

YouTube, Meta, TikTok

Verbreitet nur. Die KI-Labels der Plattformen helfen bei der Sichtbarkeit, die Verantwortung bleibt aber beim Betreiber.

Ist mein Video ein Deepfake?

Ein Deepfake ist nach Art. 3 Nr. 60 KI-VO ein mit KI erzeugter oder veränderter Bild-, Ton- oder Videoinhalt, der realen Personen, Gegenständen, Orten, Einrichtungen oder Ereignissen ähnelt und fälschlich als echt erscheinen würde. Entscheidend ist nicht, wie fotorealistisch etwas ist, sondern ob das Publikum es für echt halten könnte.

Fotorealistische KI-Person oder KI-PresenterKENNZEICHNEN
KI-Darstellung einer realen, bekannten PersonKENNZEICHNEN, plus Einwilligung
KI-Stimme, die wie ein echter Mensch klingtPRÜFEN, im Zweifel hörbarer Hinweis
Produktbild, das das echte Produkt verfälschtKENNZEICHNEN, und Irreführung vermeiden
Echter Ort oder echtes Ereignis, mit KI nachgestelltKENNZEICHNEN
Echtes Produkt vor KI-Hintergrund, nicht irreführendIN DER REGEL NICHT
Offensichtlich fantastische Welt oder ZeichentrickKEIN DEEPFAKE

Faustregel: Im Zweifel kennzeichnen. Ein Label kostet Sie nichts, ein Verstoß bis zu 15 Mio. €.

So kennzeichnen Sie richtig

AI

LABEL OBEN RECHTS, FREI VON OVERLAYS

AB SEKUNDE 0 SICHTBAR · BEI LANGEN VIDEOS WIEDERHOLEN

Das Kürzel „AI“

Der EU-Verhaltenskodex setzt auf das großgeschriebene Kürzel „AI“. Die Kommission stellt drei kostenlose Icons bereit: vollständig KI-generiert, KI-verändert und ein Basis-Icon mit zweiter Infoebene. Ergänzend hilft Klartext wie „Mit KI erstellt“.

Die richtige Stelle

Gut sichtbar und nicht von Untertiteln, Logos oder Plattform-Buttons verdeckt. Der Kodex nennt die obere rechte Ecke als Beispiel.

Der richtige Moment

Ab der ersten Sekunde. Bei längeren Videos in Abständen wiederholen, denn viele steigen später ein. Das Label muss lange genug stehen und ohne Klick erkennbar sein.

Nur Ton? Dann hörbar

Bei Radiospots, Podcasts oder Telefonansagen ist ein Bild-Label unmöglich. Dann braucht es einen hörbaren Hinweis.

Kreativ-Ausnahme, aber eng

Bei offensichtlich künstlerischen oder fiktionalen Werken reicht ein Hinweis, der den Genuss nicht stört, etwa im Abspann. Für Werbung mit Produktaussagen, Demos oder Presentern gilt das selten. Dort gehört das volle Label hinein.

Nichts entfernen

Wasserzeichen und Metadaten der KI-Tools beim Export nicht löschen. Und: Die Einwilligung echter Personen, deren Gesicht oder Stimme genutzt wird, bleibt immer nötig.

Die Checkliste mit 12 Punkten gibt es im PDF

Zum Ausdrucken und Abhaken vor jeder Veröffentlichung.

Jetzt kostenlos herunterladen

Die wichtigsten Daten

  1. KI-Verordnung (EU) 2024/1689 tritt in Kraft.

  2. EU-Kommission veröffentlicht die finalen Leitlinien zu Artikel 50.

  3. Digital Omnibus tritt in Kraft. Artikel 50 bleibt unverändert.

  4. Deutsches KI-Marktüberwachungsgesetz in Kraft. Zuständig ist die Bundesnetzagentur.

  5. Kennzeichnungspflicht gilt.

  6. Ende der Übergangsfrist für die maschinenlesbare Markierung von Tools, die schon vorher am Markt waren.

  7. Frist für die technische Erkennbarkeit von Markierungen.

Häufige Fragen

Muss ich jedes KI-Video kennzeichnen?

Kennzeichnungspflichtig sind KI-Inhalte, die echt wirken können, also Deepfakes im Sinne der KI-Verordnung. Offensichtlich fantastische Inhalte oder Zeichentrick fallen nicht darunter. Im Zweifel ist eine Kennzeichnung die sichere Wahl.

Reicht das Wasserzeichen meines KI-Tools?

Nein. Die maschinenlesbare Markierung des Anbieters ersetzt nicht das sichtbare oder hörbare Label, das der Betreiber setzen muss.

Wo muss das KI-Label im Video stehen?

Gut sichtbar und nicht verdeckt, ab der ersten Sekunde. Der EU-Verhaltenskodex nennt die obere rechte Ecke als Beispiel. Bei längeren Videos sollte das Label in Abständen wiederholt werden.

Muss eine KI-Stimme gekennzeichnet werden?

Wenn die Stimme wie ein echter Mensch klingt und als echt wahrgenommen werden kann, ja. Bei reinen Audioformaten braucht es dann einen hörbaren Hinweis.

Was passiert bei Verstößen?

Die KI-Verordnung sieht Bußgelder von bis zu 15 Mio. € oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes vor, je nachdem, was höher ist. Für kleine und mittlere Unternehmen gilt der niedrigere Betrag. Zuständig ist in Deutschland die Bundesnetzagentur.

Übernimmt Chris Jean die Kennzeichnung bei Produktionen?

Ja. Jede KI-Videoproduktion von Chris Jean wird von Anfang an nach EU AI Act gekennzeichnet und dokumentiert, inklusive klarer Regelung im Angebot.

KI-Videos, die nicht nach KI aussehen. Und trotzdem sauber gekennzeichnet.

Ich produziere KI-Werbespots, TV-Spots, CGI-Produktfilme und Imagefilme, als Regisseur mit echtem Filmhandwerk. KI-Videoproduktion ab 4.000 € zzgl. MwSt., Studio im Raum Köln, für Köln, Düsseldorf und international.

Quellen: Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 3 Nr. 60, Art. 50, Art. 99 · Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus) · Leitlinien der EU-Kommission zu den Transparenzpflichten nach Art. 50 (20.07.2026) · Verhaltenskodex zur Transparenz KI-generierter Inhalte (2026).

Leitlinien der EU-Kommission

Hinweis: Dieser Leitfaden gibt den Stand Oktober 2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Ihren Einzelfall ziehen Sie bitte eine Anwältin oder einen Anwalt hinzu.