Vielleicht wird dein nächster Werbespot gar nicht mehr für eine Zielgruppe produziert

· AI News · 2 min

Was passiert, wenn KI Werbung nicht mehr nur für Zielgruppen produziert, sondern individuelle Filme passend zu Situation, Interesse und Kaufabsicht erzeugt?

Eine Entwicklung im Bereich Werbung finde ich gerade besonders spannend.

Amazon hat eine Technologie vorgestellt, mit der Teile einer Videoanzeige automatisch an den jeweiligen Zuschauer angepasst werden können.

Noch reden wir dabei nicht davon, dass für jeden Menschen spontan ein komplett neuer Werbespot produziert wird.

Aber die Richtung finde ich trotzdem ziemlich eindeutig.

Der gleiche Spot muss nicht mehr zwangsläufig für jeden gleich aussehen.

Unterschiedliche Botschaften, Produkte oder Handlungsaufforderungen können abhängig davon ausgespielt werden, wo sich ein Mensch gerade in seiner Kaufentscheidung befindet.

Und jetzt denkt das einmal ein paar Jahre weiter.

Bisher funktioniert Werbung meistens ungefähr so:

Wir definieren eine Zielgruppe.

Wir entwickeln eine Idee.

Wir produzieren einen Film.

Vielleicht erstellen wir fünf oder zehn Varianten davon.

Danach wird entschieden, welcher Mensch welche Version sieht.

Generative KI könnte dieses Prinzip irgendwann komplett drehen.

Dann produzieren wir möglicherweise nicht mehr zwanzig fertige Versionen.

Wir produzieren eine kreative Welt.

Charaktere.

Produkte.

Locations.

Kameraideen.

Botschaften.

Musik.

Storyelemente.

Und daraus entstehen abhängig von Situation, Plattform und Zuschauer immer neue Varianten.

Vielleicht sieht jemand morgens eine andere Version als abends.

Vielleicht sieht ein bestehender Kunde eine andere Geschichte als jemand, der eine Marke gerade zum ersten Mal entdeckt.

Vielleicht verändert sich ein Produktfilm abhängig von Branche, Region oder Interesse.

Das klingt im ersten Moment nach einer sehr technischen Form von Werbung.

Für mich ist es aber eigentlich eine kreative Frage.

Denn wenn aus einem Film plötzlich hundert oder tausend Varianten entstehen können, muss die ursprüngliche Idee umso stärker sein.

Die Marke muss wiedererkennbar bleiben.

Die Bildsprache muss stimmen.

Der Charakter einer Kampagne darf sich nicht verlieren.

Und genau deshalb glaube ich nicht, dass diese Entwicklung kreative Produktion überflüssig macht.

Ich glaube, sie verändert nur, was wir produzieren.

Vielleicht bauen wir künftig weniger einzelne Werbespots und dafür häufiger visuelle Systeme, aus denen viele Filme entstehen können.

Das beeinflusst schon heute, wie ich über Produktionen nachdenke.

Bei Chris Jean versuchen wir deshalb zunehmend, nicht nur das einzelne Bild zu betrachten.

Wir überlegen uns, wie Charaktere, Locations, Produkte und visuelle Ideen so entwickelt werden können, dass sie später weiterverwendet, verändert und erweitert werden können.

Das ist einer der großen Vorteile von hybrider Produktion.

Ein Teil kann real gedreht sein.

Ein Teil kann aus 3D kommen.

Ein Teil aus KI.

Entscheidend ist, dass am Ende alles zur gleichen Welt gehört.

Vielleicht schauen wir in ein paar Jahren zurück und finden die Vorstellung ziemlich merkwürdig, dass Millionen Menschen exakt denselben Werbespot gesehen haben.

Wir stehen bei dieser Entwicklung noch ziemlich am Anfang.

Aber ich glaube, dass sie Werbung fundamental verändern wird.