George Lucas über KI im Film und warum ich ihm größtenteils recht gebe
· AI News · 2 min
George Lucas sieht KI als unausweichlichen Teil der Filmzukunft. Warum ich ihm zustimme und warum gute Filme trotzdem viel mehr brauchen als Technologie.
George Lucas hat vor kurzem etwas gesagt, das ziemlich viele Diskussionen ausgelöst hat.
Sinngemäß meinte er, dass Menschen, die sich heute grundsätzlich gegen KI im Film wehren, ein bisschen so reagieren wie diejenigen, die damals das Auto abgelehnt hätten und lieber weiter mit Pferd und Kutsche fahren wollten.
Natürlich ist der Vergleich provokant.
Aber ich musste ehrlich gesagt ein bisschen schmunzeln, weil ich ziemlich genau verstehe, was er meint.
Ich arbeite seit über 20 Jahren mit Film, Kamera, 3D, Design und Postproduktion. Und in dieser Zeit habe ich ziemlich viele technische Revolutionen erlebt, die angeblich den Untergang von irgendetwas bedeutet haben.
Digitale Kameras würden Film zerstören.
CGI würde echte Sets zerstören.
Digitale Farbkorrektur würde das Handwerk zerstören.
Virtual Production würde echte Locations überflüssig machen.
Und jetzt ist es eben KI.
Am Ende ist fast nie das passiert.
Die neuen Technologien haben die alten nicht einfach ausgelöscht. Sie haben unsere Möglichkeiten erweitert.
Genau so sehe ich KI.
Für mich ist KI kein Ersatz für Filmproduktion. Sie ist eine weitere Ebene davon.
Ich kann heute Dinge visualisieren, für die ich vor wenigen Jahren riesige Sets, Reisen, Spezialeffekte oder sehr große 3D Teams gebraucht hätte. Ich kann reale Aufnahmen verändern, Welten erweitern, Wetter austauschen, Charaktere verändern oder Bilder erzeugen, die vorher schlicht außerhalb des Budgets vieler Unternehmen gelegen hätten.
Das finde ich fantastisch.
Aber an einer Stelle würde ich den Vergleich mit dem Auto noch ergänzen.
Nur weil plötzlich jeder ein Auto fahren kann, ist nicht jeder automatisch Rennfahrer.
Und nur weil heute jeder ein KI Videomodell öffnen und einen Prompt eingeben kann, kann noch lange nicht jeder einen guten Film machen.
Die Technik nimmt uns Arbeit ab.
Sie nimmt uns aber nicht die Entscheidung ab, was ein gutes Bild ist.
Wo eine Kamera stehen sollte.
Wann ein Schnitt funktioniert.
Wie sich Licht anfühlen muss.
Ob eine Geschichte emotional funktioniert.
Was glaubwürdig aussieht.
Und wann ein Bild einfach nur beeindruckend generiert wurde, aber überhaupt nichts erzählt.
Genau deshalb verfolgen wir bei Chris Jean einen hybriden Ansatz.
Manchmal drehen wir real.
Manchmal bauen wir in 3D.
Manchmal erzeugen wir etwas mit KI.
Und sehr oft verbinden wir alles miteinander.
Nicht weil eine Technologie gerade besonders angesagt ist, sondern weil wir für jede Einstellung entscheiden, welcher Weg am Ende das beste Ergebnis liefert.
Ich glaube deshalb auch nicht, dass die entscheidende Frage der nächsten Jahre lautet:
Wird KI klassische Filmproduktion ersetzen?
Die interessantere Frage ist:
Was können Filmemacher plötzlich erschaffen, wenn die technischen Grenzen, an die wir uns jahrzehntelang gewöhnt haben, immer weiter verschwinden?
Darauf freue ich mich ehrlich gesagt ziemlich.
Denn eine gute Idee musste noch nie darunter leiden, dass plötzlich mehr möglich ist.