Christopher Nolan kritisiert AI Slop und ich glaube, dass er damit recht hat

· AI News · 2 min

Christopher Nolan warnt vor AI Slop. Warum seine Kritik und die Begeisterung für KI gleichzeitig richtig sein können.

Christopher Nolan hat mit AI Slop recht

Das Interessante an der aktuellen Diskussion über KI im Film ist, dass gerade zwei der größten Filmemacher überhaupt scheinbar völlig unterschiedliche Dinge sagen.

George Lucas sagt im Grunde:

KI kommt. Gewöhnt euch daran.

Christopher Nolan sagt:

Die Menschen erkennen AI Slop inzwischen sofort und haben keine Lust darauf.

Und ich glaube tatsächlich, dass beide recht haben.

Nolan hat vor kurzem darüber gesprochen, wie hart gerade jüngere Menschen auf billig wirkenden KI Content reagieren.

Das kann ich komplett nachvollziehen.

Ich sehe jeden Tag hunderte generierte Bilder und Videos.

Und bei einem großen Teil davon sehe ich mittlerweile innerhalb von Sekunden, dass sich niemand wirklich Gedanken darüber gemacht hat.

Schöne Oberfläche.

Cinematisches Licht.

Irgendeine spektakuläre Kamerafahrt.

Aber keine Idee dahinter.

Kein Gefühl für Timing.

Keine Dramaturgie.

Keine Bildsprache.

Und vor allem keine Handschrift.

Genau das ist für mich AI Slop.

Das Problem ist dabei aber nicht KI.

Das Problem ist, dass KI es unglaublich einfach gemacht hat, mittelmäßige Ideen sehr schnell ziemlich gut aussehen zu lassen.

Und genau deshalb glaube ich sogar, dass gutes kreatives Handwerk wichtiger wird.

Vor ein paar Jahren war technische Qualität bereits eine enorme Hürde.

Eine hochwertige Kamera.

Licht.

Crew.

3D.

Compositing.

Postproduktion.

Budget.

Heute wird ein Teil dieser technischen Hürde immer kleiner.

Damit verschiebt sich der Wettbewerb.

Wenn theoretisch jeder ein schönes Bild erzeugen kann, wird die Frage plötzlich wieder viel interessanter:

Wer hat eigentlich etwas zu erzählen?

Wer hat Geschmack?

Wer kann eine Kampagne entwickeln?

Wer versteht eine Marke?

Wer erkennt, dass eine Szene zwar technisch beeindruckend ist, aber trotzdem nicht funktioniert?

Genau da wird es spannend.

Bei Chris Jean benutzen wir KI deshalb nie als Selbstzweck.

Es gibt Projekte, bei denen ein echter Dreh die beste Lösung ist.

Es gibt Projekte, bei denen wir reale Schauspieler filmen und nur einzelne Dinge verändern.

Es gibt Szenen, die wir komplett in 3D bauen.

Und es gibt Bilder, bei denen generative KI Möglichkeiten eröffnet, die vorher wirtschaftlich vollkommen unrealistisch gewesen wären.

Für mich besteht moderne Filmproduktion nicht darin, sich für eines dieser Lager zu entscheiden.

Sie besteht darin, alles zur Verfügung zu haben.

Und dann die richtige Entscheidung zu treffen.

Vielleicht ist das sogar die eigentliche Entwicklung, die wir gerade erleben.

Je besser KI wird, desto weniger beeindruckend wird irgendwann die Tatsache sein, dass etwas mit KI entstanden ist.

Dann zählt wieder nur noch das Ergebnis.

Und ehrlich gesagt finde ich genau das ziemlich gesund.