Warum mir ziemlich egal ist welches KI Videomodell gerade das beste ist

· AI News · 2 min

Veo, Seedance, Runway oder Firefly. Warum professionelle KI Produktion nicht von einem Modell abhängen sollte und warum der Workflow wichtiger wird.

Veo.

Seedance.

Runway.

Firefly.

Und wahrscheinlich ist diese Liste schon wieder veraltet, wenn du diesen Artikel in ein paar Monaten liest.

Fast jede Woche sehe ich irgendwo einen neuen Vergleich.

Welches Modell macht die realistischsten Menschen?

Welches versteht Physik am besten?

Welches kann die beste Kamerafahrt?

Welches erzeugt die höchste Auflösung?

Ich verstehe die Begeisterung dafür.

Ich probiere diese Dinge schließlich selbst ständig aus.

Aber aus Sicht einer Produktion finde ich die Diskussion irgendwann ziemlich unwichtig.

Denn ein Kunde kommt nicht zu uns und sagt:

Bitte produziert meine Kampagne unbedingt mit Modell XY.

Er möchte am Ende einen großartigen Film.

Und genau deshalb glaube ich, dass sich professionelle KI Workflows immer stärker von einzelnen Modellen lösen werden.

Adobe macht diese Richtung gerade ziemlich deutlich.

In Firefly und den angeschlossenen Creative Cloud Workflows tauchen inzwischen verschiedene Modelle nebeneinander auf.

Und das ist für mich wahrscheinlich näher an der Zukunft als die Vorstellung, dass irgendwann ein einziges Modell alles perfekt kann.

Denn schon heute haben die Systeme völlig unterschiedliche Stärken.

Ein Modell versteht einen bestimmten Charakter besser.

Ein anderes erzeugt Bewegung glaubwürdiger.

Ein anderes eignet sich hervorragend für Veränderungen an vorhandenem Material.

Ein anderes liefert bessere Produktbilder.

Und manchmal ist die beste Lösung überhaupt keine generative KI, sondern 3D oder ein echter Dreh.

Genau so arbeiten wir bei Chris Jean.

Wir beginnen nicht beim Tool.

Wir beginnen beim Bild.

Was wollen wir sehen?

Was soll die Szene auslösen?

Wie muss sie aussehen?

Was muss über mehrere Einstellungen konsistent bleiben?

Und erst danach entscheiden wir, wie wir dort hinkommen.

Ich halte das für einen ziemlich wichtigen Unterschied.

Denn wenn man sich als Kreativer ausschließlich über ein bestimmtes KI Tool definiert, hat man ein Problem, sobald morgen etwas Besseres erscheint.

Wenn man dagegen versteht, wie Film, Design, Kamera, 3D, Schnitt und Storytelling funktionieren, bekommt man einfach ein neues Werkzeug dazu.

Und davon werden wir in den nächsten Jahren wahrscheinlich sehr viele bekommen.

Das Spannendste daran ist für mich deshalb gar nicht, welches Modell gewinnt.

Das Spannende ist, dass sie langsam aufhören, einzelne Spielzeuge zu sein.

Sie werden Teil einer Produktionspipeline.

Und genau da beginnt KI für mich wirklich interessant zu werden.